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Digitaler Fahrtenschreiber

Digitaler Fahrtenschreiber · Digitales Kontrollgerät

Fahr­ten­schrei­ber · Kon­troll­ge­rät · Tacho­graph

Ob di­gi­ta­ler Fahr­ten­schrei­ber, Tacho­graph oder di­gi­ta­les Kon­troll­ge­rät – ge­meint ist im­mer das Glei­che. Denn die Be­grif­fe be­zeich­nen im­mer das Gerät, das in der Prax­is oft­mals nur als »Digitacho« oder »DiKo« be­zeich­net wird.

Um stär­ker ge­gen Ma­ni­pu­la­tio­nen vor­ge­hen zu kön­nen, Auf­zeich­nun­gen des Fahr­ten­schrei­bers bes­ser schüt­zen zu kön­nen, wurde mit In­kraft­tre­ten der neu­en Tacho­graphen­ver­ord­nung VO 165/2014 Anfang 2016 der Grund­stein für ei­ne neu­e Ge­ne­ra­tion des di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­bers ge­legt; dem so­ge­nann­ten »Smart Tacho­graph«.

Über­setzt be­deu­tet dies so viel wie »in­tel­li­gen­ter Tacho­graph« oder »in­tel­li­gen­ter Fahr­ten­schrei­ber«.



Anzeige- und Bedienelemente

    1. Display

    2. Menütasten

    3. Kartenschacht 1 + 2 mit Ab­deck­ung

    4. Kombitaste Fahrer 1 + 2 (Zeit­grup­pen­schal­ter)

    5. Abreißkante Drucker

    6. Ausdruck

    7. Druckerschublade

    8. Frontschnittstelle

    8. Kennzeichen für ADR bzw. Ex-Variante

In­tel­li­gen­te Fahr­ten­schrei­ber

Der neue »in­tel­li­gen­te Fahr­ten­schrei­ber« ist die vier­te Ge­ne­ra­tion des Tacho­gra­phen und soll seit dem 15. Juni 2019 nach den Vor­stel­lun­gen der Euro­päi­schen Kom­mis­sion in neue Fahr­zeu­ge ein­ge­baut wer­den. Was die­ser neue Fahr­ten­schrei­ber für das Fahr­per­so­nal (m/w/d) und die Ver­kehrs­un­ter­neh­men bringt, wird noch aus­führ­lich er­klärt.

Wei­ter gibt es Neu­ig­kei­ten zu den Fol­gen und Sank­tio­nen, die für Ver­kehrs­un­ter­neh­men teil­wei­se exis­tenz­be­droh­lich sein kön­nen. Um so wich­ti­ger ist es, vor dem Hin­ter­grund, die Un­ter­neh­mer­pflich­ten, ge­mäß Ar­ti­kel 33 der Tacho­gra­phen­ver­ord­nung, zu ken­nen, die­se kon­se­quent um­zu­set­zen und Maß­nah­men ein­zu­lei­ten, um die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten zu ge­währ­leis­ten.

Hier­zu ge­hö­ren auch Schu­lun­gen und Un­ter­wei­sun­gen im Um­gang mit dem Fahr­ten­schrei­ber!

Ver­ant­wort­lich­keit des Ver­kehrs­un­ter­neh­mens gemäß Artikel 33, VO 165/2014
(1) Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men hat ver­ant­wort­lich da­für zu sor­gen, dass sei­ne Fah­rer hin­sicht­lich des ord­nungs­ge­mä­ßen Funk­tio­nie­rens des Fahr­ten­schrei­bers an­ge­mes­sen ge­schult und un­ter­wie­sen wer­den, un­ab­hän­gig da­von, ob die­ser di­gi­tal oder ana­log ist; es führt re­gel­mä­ßi­ge Über­prü­fun­gen durch, um sicher­zu­stel­len, dass sei­ne Fah­rer den Fahr­ten­schrei­ber ord­nungs­ge­mäß ver­wen­den, und gibt sei­nen Fah­rern kei­ner­lei di­rek­te oder in­di­rek­te An­rei­ze, die zu ei­nem Miss­brauch des Fahr­ten­schrei­bers an­re­gen könn­ten.

Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men hän­digt den Fah­rern von Fahr­zeu­gen mit ei­nem ana­lo­gen Fahr­ten­schrei­ber ei­ne aus­reich­en­de An­zahl Schau­blät­ter aus, wo­bei es dem per­sön­lich­en Cha­rak­ter die­ser Schau­blät­ter, der Dau­er des Ein­sat­zes und der Ver­pflich­tung Rech­nung trägt, be­schä­dig­te oder von ei­nem er­mäch­tig­ten Kon­trol­leur ein­ge­zo­ge­ne Schau­blät­ter zu er­set­zen. Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men hän­digt den Fah­rern nur sol­che Schau­blät­ter aus, die ei­nem ge­neh­mig­ten Mus­ter ent­sprech­en und die sich für das in das Fahr­zeug ein­ge­bau­te Ge­rät eig­nen.

Ist ein Fahr­zeug mit ei­nem di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­ber aus­ge­rüs­tet, so sor­gen das Ver­kehrs­un­ter­neh­men und der Fah­rer da­für, dass im Fal­le ei­ner Nach­prü­fung der Aus­druck von Da­ten aus dem Fahr­ten­schrei­ber un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Dau­er des Ein­sat­zes auf Ver­lan­gen ei­nes Kon­trol­leurs ord­nungs­ge­mäß er­fol­gen kann.

(2) Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men be­wahrt die Schau­blät­ter und – so­fern Aus­drucke ge­mäß Artikel 35 er­stellt wur­den – die Aus­drucke in chro­no­lo­gisch­er Rei­hen­fol­ge und in les­ba­rer Form nach der Be­nut­zung min­des­tens ein Jahr lang auf und hän­digt den be­tref­fen­den Fah­rern auf Ver­lan­gen ei­ne Ko­pie aus. Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men hän­digt den be­tref­fen­den Fah­rern fer­ner auf Ver­lan­gen eine Ko­pie der von den Fahrer­kar­ten her­un­ter­ge­la­denen Da­ten so­wie Aus­drucke da­von aus. Die Schau­blät­ter, die Aus­drucke und die her­unter­ge­la­de­nen Da­ten sind je­dem er­mäch­tig­ten Kon­trol­leur auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen oder aus­zu­hän­di­gen.

(3) Ein Ver­kehrs­un­ter­neh­men haf­tet für Ver­stö­ße ge­gen die­se Ver­ord­nung, die von Fah­rern des Un­ter­neh­mens bzw. von den Fah­rern be­gan­gen wer­den, die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Mit­glied­staa­ten kön­nen die­se Haf­tung je­doch von ei­nem Ver­stoß des Ver­kehrs­un­ter­neh­mens ge­gen Ab­satz 1 Unter­ab­satz 1 des vor­lie­gen­den Ar­ti­kels und Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 1 und 2 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 561/2006 ab­hän­gig mach­en.

Fahrtenschreiber · Digitalisierung · Nach­trag

Ein­ga­ben in den di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­ber, an­statt Be­schei­ni­gun­gen, ge­hö­ren mit in das Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung. Und auch wenn sich vie­le Un­ter­neh­mer (m/w/d) noch im­mer nicht ganz an die di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­ber ge­wöhnt ha­ben, so müs­sen sie doch zwin­gend für ei­ne ent­sprech­en­de Um­set­zung der Vor­schrif­ten sor­gen.

Die Ab­leh­nung der di­gi­ta­len Über­wach­ung über­trägt sich auch auf das Fahr­per­so­nal (m/w/d). Noch heute ist ein gro­ßer Teil der Fah­rer nicht in der La­ge, we­nigs­tens ei­nen Aus­druck von der Fah­rer­kar­te, ge­schwei­ge denn ei­nen Nach­trag, der meh­re­re ein­zel­ne Ein­trä­ge be­in­hal­tet, zu ma­chen. Und da­bei sind Nach­trä­ge mehr, als nur die Be­stä­ti­gung da­für, dass der Fah­rer nicht ge­fah­ren ist.

Fahrtenschreiber · Telematik

Auch ge­winnt das The­ma Te­le­ma­tik wei­ter an Be­deu­tung und ist mit dem di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­ber eben­falls ver­knüpft. Das Fern­aus­le­sen der Fah­rer­kar­te und des Mas­sen­speich­ers stellt eine e­nor­me Er­leich­te­rung in vie­len Un­ter­neh­men der Ver­kehrs­bran­che dar und ist heu­te nicht mehr weg­zu­den­ken.

Könnten Te­le­ma­tik­sys­te­me kei­ne In­for­ma­tio­nen vom di­gi­ta­len Fahr­ten­schrei­bern ab­grei­fen, wä­ren die­se nicht dar­stell­bar. Die Fol­ge wä­re, dass der Dis­po­si­tion an die­ser Stel­le ein ho­her Mehr­wert ver­lo­ren ge­hen wü­rde.

Im Um­kehr­schluss lie­ßen sich aber auch wei­te­re Sen­so­ren ins Sys­tem in­te­grie­ren, die In­for­ma­tio­nen über die Ein­hal­tung der Kühl­ket­te oder den Tank­in­halt sich­er über­tra­gen. Sen­so­ren an den Achs­en kön­nen nicht nur die Achs­las­ten be­stim­men, son­dern wä­ren auch in der La­ge, ver­schlüs­selt In­for­ma­tio­nen an den Tacho­gra­phen zu sen­den. Auf die­se Da­ten könnten dann bei­spiels­wei­se Kon­troll­be­hör­den zu­grei­fen, gleich­zei­tig lie­ßen sich da­raus aber auch neue Maut­mo­del­le ent­wi­ckeln, die die tat­säch­liche Achs­last als Kal­ku­la­tions­grund­la­ge her­an­zieh­en.

Fahrtenschreiber · Mautabrechnung

Mit dem neu­en Fahr­ten­schrei­ber könnte es ge­lin­gen, die Flut zu­sätz­lich­er Ge­rä­te für die au­to­ma­tische Maut­ab­rech­nung in Eu­ro­pa ein­zu­däm­men. Denn die DSRC-Schnitt­stel­le im Fahr­ten­schrei­ber soll es mög­lich mach­en, im Aus­land über Diens­te des Eu­ro­pean Elec­tro­nic Toll Stan­dard (EETS) die Straßen­ge­büh­ren zu er­fas­sen.

Da­für kon­zi­pier­te Con­ti­nen­tal die Ge­räte­soft­ware so, dass sie zwisch­en ei­ner DSRC-Ab­frage der Kon­troll­be­hör­den und den An­fra­gen zur Maut­be­rech­nung un­ter­schei­den kann. Der di­gi­ta­le Tacho­graph der vier­ten Ge­ne­ra­tion passt sich damit dem Trend der Di­gi­ta­li­sie­rung an. Welche Diens­te sich auf die­sem Weg letzt­end­lich ent­wi­ckeln, wird sich zei­gen.

Fahrtenschreiber · Datenschutz

Ver­kehrs­un­ter­neh­men müs­sen fer­ner dem Da­ten­schutz ge­recht wer­den, falls per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten ver­ar­bei­tet wer­den sol­len. Un­ab­hän­gig da­von, ob Fahrzeug- oder Tacho­gra­phen­her­stel­ler ihrer Ver­pflich­tung zur Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes ge­mäß der Tacho­gra­phen­ver­ord­nung auf tech­nische Wei­se tat­säch­lich in vol­lem Um­fang nach­ge­kom­men sind oder nicht.

Kurzum: Wird ein Te­le­ma­tik­sys­tem zur Über­mitt­lung von Lenk- und Ruhe­zei­ten, Po­si­tions­da­ten usw. ein­ge­setzt, muss der Da­ten­schutz auch hier be­ach­tet wer­den. Da­bei kann sich der Ver­kehrs­un­ter­neh­mer nicht aus­schließ­lich auf die in den in­tel­li­gen­ten Fahr­ten­schrei­bern neu im­ple­men­tier­te Funk­tion zur Ab­fra­ge der Zu­stim­mung des Fah­rers be­rufen.